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Auszug aus dem präsidialen Grusswort an der HV 2017

„… Seit meinem Amtsantritt als Hubertus-Präsident habe ich Euch an jeder Hauptversammlung Bauprojekte Präsentiert und entsprechende Finanzierungsanträge gestellt. Heute darf ich mit Genugtuung feststellen, dass wir unsere ambitionierten Projekte alle zeitgerecht und im Rahmen der bewilligten Budgets abgeschlossen haben. Das neue Jagdschiess- und Ausbildungszentrum Hubertus präsentiert sich zu Beginn der Schiesssaison 2017 nicht nur als moderne und leistungsfähige Schiessanlage. Vielmehr ist das Erlenholz auch Ausdruck einer auf Selbstverantwortung und Tatkraft ausgerichteten Vereinsphilosophie. Der St.Gallische Jägerverein Hubertus hat damit eindrücklich bewiesen, was mit Eigeninitiative und Teamwork erreicht werden kann. Dafür möchte ich Euch allen danken, insbesondere all jenen, die aktiv Hand angelegt haben, aber auch allen, die unsere Aktivitäten finanziell und ideell mitgetragen haben.

Nach den umgesetzten, sehr intensiven Projekten wäre es verlockend, nun eine Pause einzulegen und sich fürs Erste mit dem Erreichten zufrieden zu geben. Leider ist dies keine Option, da erst die Baustelle im Erlenholz erfolgreich abgeschlossen werden konnte. An anderen Stellen ist dagegen noch weiterhin voller Einsatz gefordert. Vor allem auf jagdpolitischer und kommunikativer Ebene stehen wir noch lange nicht dort, wo wir die Jagd positioniert haben möchten. Diese Baustellen können aber nicht von einem Jägerverein allein bewältigt werden, sondern dazu braucht es den Verbund aller Jägervereine im Kanton. Unser Dachverband RevierJagd St.Gallen hat die Zeichen der Zeit erkannt und will sich mit einer neuen Struktur und Organisation künftig auf die jagdpolitische Interessenvertretung konzentrieren und das „operative Geschäft“ ganz an die fünf Jägervereine im Kanton St.Gallen delegieren. Wir vom St.Gallischen Jägerverein Hubertus stehen voll hinter dieser neuen Ausrichtung und werden konsequenterweise unsere eigene Jagdpolitische Kommission auflösen, da deren Aufgaben nun umfassend von RevierJagd St.Gallen wahrgenommen werden sollen.

Ich möchte heute, auch in Anwesenheit des zuständigen Regierungsrates sowie des ANJF-Vorstehers nicht verhehlen, dass wir uns jagdpolitisch in den letzten Monaten vor den Kopf gestossen fühlen. Genau vor einem Jahr hat der damalige Regierungspräsident Beni Würth in diesem Saal auf meine Kritik an den all zu hektisch vernehmlassten Jagdvorschriften darauf hingewiesen, dass es sich dabei um eine Departementsverordnung handle, die bereits im Frühjahr 2017 revidiert und angepasst werden könne. Er hat uns aufgerufen, dazu unsere Inputs einzubringen. In der Folge hat RevierJagd St.Gallen eine entsprechende Kommission eingesetzt, deren Obmann ist war.

Im Vorwort zum Hubertus Aktuell vom Herbst 2016 habe ich auf diese Kommission hingewiesen und Euch alle aufgerufen, uns Praxiserfahrungen mitzuteilen, damit wir zuhanden der Jagdkommission und damit des Departements unsere Revisionsanträge möglichst praxisnah formulieren können.

In einem mehrstufigen Prozess über die Jägervereine, die adhoc-Kommission und schliesslich den Vorstand von RevierJagd St.Gallen haben wir in der Folge einen ausführlichen Bericht mit entsprechenden Revisionsanträgen erstellt, diesen einstimmig verabschiedet und fristgerecht zuhanden der Jagdkommission eingereicht. Dass in der Folge, nach der Beratung in der Jagdkommission die uns zugesicherte Revision per 1. April 2017 abrupt ad acta gelegt wurde, macht uns sprachlos. Was ist das für ein Umgang mit dem Milizsystem, was ist das für ein Vertrauensbruch. Bis heute ist es für uns schleierhaft, weshalb man uns mehr als ein halbes Jahr – motiviert durch den damaligen Departementschef – arbeiten liess um dann nach erfolgter Beratung alles zu spülen.

Vor diesem Hintergrund ist es zwingend, dass sich die St.Galler Jäger jagdpolitisch schlagkräftiger aufstellen und sich offensiver für eine selbstverantwortliche und selbstregulierende Jagd einsetzen. Gerne hoffe ich, dass sich die Ereignisse rund um die gescheiterte Revision der Jagdvorschriften aufklären und wir gemeinsam daraus Lehren für die weitere Zusammenarbeit ziehen. Denn die Jagd steht heute vor so vielen Herausforderungen, dass es nicht angeht, wenn innerhalb der Jagd unnötige Gräben aufgerissen werden. Die neue Struktur unseres Dachverbandes RevierJagd St.Gallen bietet Chancen, das Gemeinsame zu stärken. Wir als Jägerverein Hubertus und auch ich persönlich als designierter Präsident werden uns voll hinter diese Zielsetzung stellen.

Es gibt aber auch in Zukunft Aktivitäten im jagdpolitischen Umfeld, die wir als Verein wahrnehmen können und wollen. Als Beispiel dient eine Sonderausgabe unseres Hubertus Aktuell, die wir dem Thema „Zäune als Todesfallen“ widmen. Wir werden diese Sonderausgabe in einer gesponserten Grossauflage drucken und weit über unsere Mitglieder in Behörden und weitere Zielgruppen streuen. Nebst dramatischen Bildern und Berichten stellen wir klare Forderungen an die gesetzgebenden Behörden sowie die kommunalen und kantonalen Vollzugsorgane. Diese unterstreichen wir mit einem unmissverständlichen Hinweis auf die Möglichkeiten einer Gesetzes-Initiative. Ich danke Euch, wenn Ihr uns in dieser Kampagne unterstützt und unseren Sonderdruck, den wir Euch nach Hause senden, breit streut…. „