Stopp Tierleid

«Stopp dem Tierleid –

gegen Zäune als Todesfallen für Wildtiere»

 

Unsachgemässe «Zäune» fordern allein im Kanton St.Gallen jährlich hundertfach Tod und Leid bei Wildtieren. Leider haben sich weder die Gemeinden noch der Kanton den Ursachen dieses Problems angenommen. Dagegen kennen alle unsere Nachbarkantone diesbezüglich griffigere Regelungen. Mit der Gesetzesinitiative «Stopp dem Tierleid – gegen Zäune als Todesfallen für Wildtiere» haben wir auch im Kanton St.Gallen eine klare und konsequente Regelung vorgeschlagen und letztlich, nach intensiven Kampf auch durchgebracht.

Seitens der Jägerschaft hat der Präsident des Initiativekomitees, Peter Weigelt, die Sicht der Jagd auf dieses langwirige  aber letzlich sehr erfolgreiche Engagement unter dem Titel „Es ist geschafft…. fast!“ zusammengefasst:

Stopp Tierleid ist Realität. Unsere Forderungen aus unserer Gesetzesinitiative sind seit dem 1. Oktober 2021 in Kraft. Im Hubertus-Gebiet ohne Einschränkungen, denn unsere Anliegen sind vollständig umgesetzt. Auf das gesamte Kantonsgebiet bezogen mussten wir eine Konzession eingehen. So wurde das Sömmerungsgebiet – und das nur während der Beweidung – vom Stacheldrahtverbot ausgenommen. Da jedoch nach der Beweidung alle Stacheldrähte abzulegen sind, ist gewährleistet, dass nur dort Stacheldrähte erstellt werden, wo echte Gefahrenstellen bestehen. Damit gehören Bilder wie das nebenstehende definitiv der Vergangenheit an.

Auch unser Tatbeweis ist gefordert!

Bezogen auf das Hubertus-Gebiet können wir feststellen, dass ab sofort ein flächendeckendes Stacheldrahtverbot besteht. Dieses richtet sich aber nicht nur an die bewirtschaftenden Landwirte. Denn betroffen sind auch viele tausend Kilometer herumliegender, eingewachsener oder verwahrloster Stacheldrähte, für die die entsprechenden Grundeigentümer verantwortlich sind. Diese Stacheldrähte sind innert 4 Jahren zu entsorgen.

Seitens der Jagd haben wird von Beginn weg immer wieder unterstrichen, dass wir bereit sind, bei dieser grossen Aufgabe Bauern und Waldbesitzer aktiv zu unterstützen. Damit sind wir nun selbst herausgefordert. Ich rufe alle Jagdgesellschaften auf, sich in ihren Revieren aktiv in diese Aufgabe einzubringen. Der Kanton unterstützt Rückbauaktionen (beschränkt auf Zäune im Wald und unmittelbar am Waldrand) mit  Fr. 2.- pro Laufmeter Zaun für den Rückbau mit sachgerechter Entsorgung oder mit 65 Rappen pro Laufmeter, wenn nur noch Material zu entsorgen ist.

Einsatz von Weidenetzen klar geregelt  

Ab sofort dürfen flexible Weidenetze frühestens acht Tage vor Weidebeginn aufgebaut werden und sind spätestens acht Tage nach der letzten Beweidung wieder abzuräumen.

Diese Vorschrift ist klar und einfach umzusetzen. Sie ist ebenso einfach zu kontrollieren. Auch hier setzen wir aber auf ein Miteinander, das heisst, dass bei Verstössen gegen diese Fristen zuerst das Gespräch gesucht und nicht gleich mit Anzeigen gedroht werden soll.

Es gibt bereits gute Beispiele, wie man die neuen Vorschriften effizient und effektiv umsetzen kann (Bild unten). Auch hier ist es durchaus sinnvoll, bei grossen Weideanlagen Bewirtschafter aktiv auf eine Unterstützung anzusprechen. Nutzen wir die Chance, in unseren Revieren den Kontakt zur Land- und Forstwirtschaft weiter auszubauen und damit gemeinsam einen Beitrag gegen unnötiges Tierleid zu leisten.

Lehren für die Jagd im Kanton St.Gallen

Mit dem erfolgreichen Abschluss unserer Kampagne «Stopp Tierleid» konnten wir beweisen, dass es für uns als Jäger, in enger Zusammenarbeit mit Partnern, möglich ist, politisch Einfluss zu nehmen. Nicht im Streit, sondern letztlich in einem Kompromiss, der sich konsequent an der Zielsetzung der Initiative orientiert.

In den kommenden Jahren wird die Jagd politisch weiter unter Druck stehen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass die Politik weiss, dass wir uns zu wehren wissen. Denn in einer direkten Demokratie bewegt sich die Politik nur auf Druck, und dies in die Richtung, in die der Druck zielt. Also zeigen wir auf Stufe der Reviere mit einem eindrücklichen Tatbeweis beim Rückbau der Stacheldrähte, dass wir etwas bewegen können und zu unserem Wort stehen. Gleichzeitig pflegen wir über RevierJagd St.Gallen weiterhin Kontakte in alle relevanten Interessengruppen, um bei Bedarf gemeinsame Interessen auch gemeinsam durchsetzen zu können.

Wir sind und bleiben gefordert.

Danke für Eure Unterstützung.